Kandidatur für das Vizepräsidium der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz


Liebe Genossinnen, liebe Genossen 2019 war ein sehr bewegtes Jahr. Einerseits hat der feministische Frauenstreik am 14. Juni in der ganzen Schweiz mehr als 500'000 Frauen und solidarische Männer zusammengeführt. Dieser Tag war historisch. Und es war nur der Anfang! Die Liste der Forderungen für eine gerechtere und gleichberechtigtere Gesellschaft ist noch sehr lang. Andererseits haben die jungen Menschen unseres Landes den Klimastreik ins Leben gerufen. Es sind junge Menschen, die eine Zukunft für sich fordern. Denn warum sollten sie an einer Ausbildung festhalten, wenn es wegen der immer besorgniserregenderen globalen Erwärmung keine Garantie mehr dafür gibt, sich ein Leben aufbauen und einen Beruf ausüben zu können? Bei diesen Kämpfen waren und sind wir dabei. Es ist unerlässlich, dass wir dabei bleiben. Wir müssen hierzu unsere Vorschläge entwickeln und uns einbringen. Der ökologische und technologische Wandel wird sich unweigerlich darauf auswirken, wie wir uns bewegen und wie wir arbeiten und leben. Wir können wir dies als eine Chance sehen. Vor allem sollten wir uns aber verpflichten, dass diese unvermeidlichen Übergänge nicht mit der Schaffung oder Verstärkung von Ungleichheiten verbunden sind. Für die Mehrheit der Frauen oder der Menschen mit Migrationshintergrund, die unter den Ungleichheiten leiden, kann dieser Wandel eine Gelegenheit bieten, den Individualismus zugunsten einer grösseren Solidarität zu überwinden, insbesondere durch eine bessere Verteilung des Reichtums. Aber machen wir uns nichts vor, der Hauptgegner unserer Politik ist das Wirtschaftsmodell, in dem wir leben. Und hier wissen wir, dass der Kampf schwierig ist! Auch wenn das Parlament etwas weiter nach links gerückt ist und sich die Vertretung der Frauen verbessert hat, wissen wir, dass der Kampf gegen die Ungleichheit kein einfacher sein wird. Im Gegenteil, wir müssen weiterhin die treibende Kraft der Linken sein und dabei die Vorschläge der verschiedenen Bewegungen berücksichtigen. Diese Beobachtungen und meine Erfahrung als Co-Präsidentin der SP Frauen* der Schweiz während über zwei Jahren, haben mich dazu motiviert, mich als Vizepräsidentin der Partei zur Verfügung zu stellen. Die Geschäftsleitung der SP Frauen* Schweiz unterstützt meine Kandidatur. Als Umweltgeologin mit Schwerpunkt nachhaltige Entwicklung möchte ich meine Erfahrungen und Kenntnisse in den in den Dienst unserer Partei stellen. Wir müssen dem Umstand Rechnung tragen, dass es insbesondere die wirtschaftlich Schwächsten sind, welche die Hauptlast der Umweltzerstörung tragen.

Falls ich zur Vizepräsidentin gewählt werde, verpflichte ich mich, eine Verbindung zu den verschiedenen feministischen Bewegungen von 2019 zu knüpfen. Eine Aufgabe, die ich bereits als Co-Präsidentin der SP Frauen* erfülle, welche aber innerhalb der Partei noch gefestigt werden muss. Wir müssen uns Gedanken über eine Neuorganisation der Partei machen. Die im April gewählte Präsidentschaft muss diesen Prozess einleiten, und die SP Frauen* müssen ein integraler Bestandteil davon sein. In der Überzeugung, dass es ohne soziale Gerechtigkeit und Gendergerechtigkeit auch keine Klimagerechtigkeit geben wird, hoffe ich daher, liebe Genossinnen und Genossen, beim nächsten Kongress im April in Basel auf eure Unterstützung zählen zu können.


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